Wichtige Eigenschaften
- Kategorie:
- Halogen / Halbmetall
- Atommasse:
- ca. 210 u (langlebigstes Isotop)
- Elektronenkonfiguration:
- [Xe] 4f¹⁴ 5d¹⁰ 6s² 6p⁵
- Schmelzpunkt:
- 302 °C (575 K) (geschätzt)
- Siedepunkt:
- 337 °C (610 K) (geschätzt)
- Dichte:
- unbekannt (geschätzt)
- Oxidationszustände:
- -1, +1, +3, +5, +7
Beschreibung & Entdeckung
Astat ist ein extrem seltenes, hochradioaktives Element. Es ist das **seltenste natürlich vorkommende Element in der Erdkruste**, das kein Transuran ist. Es entsteht nur in winzigen Mengen als Zwischenprodukt in den Zerfallsreihen von Uran und Thorium. Alle seine Isotope sind kurzlebig; das langlebigste, Astat-210, hat eine Halbwertszeit von nur 8,1 Stunden. Aufgrund seiner Seltenheit und Radioaktivität konnten seine Eigenschaften kaum experimentell untersucht werden. Es wird erwartet, dass es sich chemisch wie ein schwereres Iod verhält, aber stärker metallische bzw. halbmetallische Eigenschaften zeigt.
Astat wurde 1940 von Dale R. Corson, Kenneth Ross MacKenzie und Emilio Segrè in Berkeley künstlich erzeugt, indem sie Bismut mit Alpha-Teilchen beschossen. Der Name leitet sich vom griechischen Wort "astatos" ab, was "instabil" bedeutet.
Verwendung
Aufgrund seiner extremen Seltenheit und Instabilität hat Astat keine kommerziellen Anwendungen. Sein Isotop Astat-211 wird in der Nuklearmedizin experimentell für die gezielte Alpha-Therapie zur Krebsbehandlung erforscht. Die Alpha-Teilchen haben eine sehr kurze Reichweite, können aber Zellen sehr effektiv zerstören, wenn das Astat direkt an den Tumor gebracht wird (z.B. über Antikörper).
Bundesamt für Strahlenschutz: Was ist Radioaktivität? – Hier werden grundlegende Begriffe wie Atome, Isotope, Radioaktivität, Strahlungsarten (Alpha, Beta, Gamma) und Halbwertszeit erklärt.