Radium (Ra)

☢ 88 Ra Radium (226)

Wichtige Eigenschaften

Kategorie:
Erdalkalimetall
Atommasse:
ca. 226 u (stabilstes Isotop)
Elektronenkonfiguration:
[Rn] 7s²
Schmelzpunkt:
700 °C (973 K)
Siedepunkt:
1737 °C (2010 K)
Dichte:
5,5 g/cm³
Oxidationszustand:
+2

Beschreibung & Entdeckung

Radium ist ein fast weißes, schweres Erdalkalimetall, das chemisch Barium am ähnlichsten ist. Es ist extrem radioaktiv; sein stabilstes Isotop, Radium-226, hat eine Halbwertszeit von etwa 1600 Jahren. Radium ist so stark radioaktiv, dass es im Dunkeln bläulich leuchtet (Lumineszenz) und konstant Wärme abgibt.

Radium wurde 1898 von Marie und Pierre Curie in Paris entdeckt, als sie Uranerz (Pechblende) untersuchten. Sie stellten fest, dass das Erz weitaus radioaktiver war, als es durch das enthaltene Uran allein hätte sein dürfen, und isolierten nach mühevoller Arbeit die neuen Elemente Polonium und Radium. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort "radius" (Strahl) ab.

Verwendung & Bedeutung

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Radium fälschlicherweise als Wundermittel angesehen und in vielen Produkten wie Zahnpasta oder Schokolade eingesetzt, was zu schweren Gesundheitsschäden führte. Seine bekannteste frühe Anwendung war die Verwendung in Leuchtfarben für Zifferblätter von Uhren und Instrumenten. Die Arbeiterinnen, die die Zifferblätter bemalten ("Radium Girls"), litten unter schrecklichen gesundheitlichen Folgen, was zu wichtigen Entwicklungen im Arbeitsschutz führte.

Heute hat Radium aufgrund seiner Gefährlichkeit und der Verfügbarkeit sichererer Isotope kaum noch technische Anwendungen. Es wird in der Forschung als Neutronenquelle und in geringen Mengen in der Strahlentherapie zur Krebsbehandlung (Brachytherapie) eingesetzt.




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