Wichtige Eigenschaften
- Kategorie:
- Edelgas
- Atommasse:
- ca. 222 u (langlebigstes natürl. Isotop)
- Elektronenkonfiguration:
- [Xe] 4f¹⁴ 5d¹⁰ 6s² 6p⁶
- Schmelzpunkt:
- -71 °C (202 K)
- Siedepunkt:
- -61,7 °C (211,5 K)
- Dichte:
- 9,73 g/L (Gas)
- Oxidationszustand:
- 0, (+2)
Beschreibung & Vorkommen
Radon ist ein farb-, geruch- und geschmackloses, **hochradioaktives** Edelgas. Es ist das schwerste bekannte Gas und eines der dichtesten Gase überhaupt. Alle Isotope von Radon sind instabil. Das wichtigste und langlebigste natürliche Isotop, Radon-222, entsteht als direktes Zerfallsprodukt von Radium-226 in der Zerfallsreihe von Uran-238. Es hat eine Halbwertszeit von nur 3,8 Tagen. Radon kommt daher überall dort in Spuren vor, wo Uran und Radium im Boden oder Gestein vorhanden sind.
Radon wurde 1900 von Friedrich Ernst Dorn entdeckt, der bemerkte, dass Radium ein radioaktives Gas freisetzt, das er "Radium-Emanation" nannte.
Gesundheitsrisiko & Verwendung
Als Gas kann Radon aus dem Boden entweichen und sich in schlecht belüfteten Gebäuden, insbesondere in Kellern, ansammeln. Das Einatmen von Radon und seinen ebenfalls radioaktiven Zerfallsprodukten (Polonium, Blei, Bismut), die sich in der Lunge ablagern, ist nach dem Rauchen die **zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs**. Die Radonkonzentration in Gebäuden ist daher ein wichtiges Thema des Strahlenschutzes.
Aufgrund seiner Radioaktivität und kurzen Halbwertszeit hat Radon nur wenige Anwendungen. In der Medizin wurde es früher zur Strahlentherapie ("Radon-Balneologie" in Heilbädern) eingesetzt, was heute als gefährlich gilt. In der Geologie wird die Messung der Radonkonzentration im Boden zur Suche nach Uranerzen und zur Vorhersage von Erdbeben und Vulkanausbrüchen verwendet.
Bundesamt für Strahlenschutz: Was ist Radioaktivität? – Hier werden grundlegende Begriffe wie Atome, Isotope, Radioaktivität, Strahlungsarten (Alpha, Beta, Gamma) und Halbwertszeit erklärt.